Vitamin D Wechselwirkungen

Vitamin D wird häufig in Kombination mit anderen Nährstoffen als Supplement angeboten, da sich die Wirkstoffe zum Teil ergänzen oder nur gemeinsam zur gewünschten Wirkung kommt. Bildquelle: Donna Beeler / Shutterstock.com

Der menschliche Körper ist in der Lage, Vitamin D mit Hilfe der Sonne eigens herzustellen. Damit das Sonnenvitamin seine Wirkung jedoch vollständig entfalten kann, ist es auf weitere Nährstoffe angewiesen. Es entpuppt sich nicht nur als Allround-Talent, welches das Immunsystem und das Gedächtnis stärkt, Erkrankungen des Herz-Kreislauf- und des Nervensystems bekämpft oder vor Krebs schützen kann, sondern auch als wahrer Team-Player.

Eine Kombination von Vitamin D mit anderen Nährstoffen ist von großer Wichtigkeit, damit das System Mensch reibungslos funktioniert. Ein ausreichender Gehalt der meisten Stoffe kann durch eine ausgewogene Ernährung sichergestellt werden, eine Abhängigkeit der Versorgung von Sonne und eine Synthese über die Haut ist nur bei Vitamin D der Fall.

Vitamin D in Kombination mit anderen Nährstoffen

Vitamin D setzt zahlreiche Prozesse des menschlichen Körpers in Gang. Es ist jedoch notwendig, dass eine Versorgung mit anderen Nährstoffen gegeben ist, die sich in den Metabolismus und die Einflussnahme des Vitamins einschalten. Nur so ist es in der Lage, seine essentiellen Aufgaben im menschlichen Körper gewissenhaft nachzugehen.

Vitamin-D-Rezeptoren, die sich in allen Bereichen des menschlichen Organismus befinden, bringen das Vitamin D ins Rollen, indem es eine hormonelle Wirkung dank ihnen in den Zielzellen entfalten kann. Doch die VDR-Synthese, die dazu nötig ist, wird wiederum von anderen Stoffen angekurbelt. Darüber hinaus benötigt das Vitamin einen Treibstoff für seine Moleküle, um sich in ein Hormon umzuwandeln. Zudem ist Vitamin D allein nicht in der Lage, den Knochenstoffwechsel zu optimieren, es ist dabei auf die Hilfe eines weiteren Vitamins und die Existenz derjenigen Stoffe angewiesen, auf die seine hormonelle Regulation überhaupt abzielt.

Am Entstehungs- und Umwandlungsprozess sowie an seiner Funktionsweise ist erkennbar, dass es auf die Hilfe weiterer Nährstoffe angewiesen ist, um ideal auf das System Mensch zu wirken. Arzneimittel oder Präparate einzunehmen, kann sich nicht nur bei Vitamin D als sinnvoll erweisen. Bei einer Supplementierung sollte man sich stets ins Gedächtnis rufen, welche Wirkungen andere Nährstoffe hervorrufen und ob die Einnahme optimiert werden kann.

Das sind die Nährstoffe, die mit Vitamin D in Wechselwirkung stehen, und für seine Rolle unentbehrlich sind. Die Antworten auf die Frage, ob und mit welcher Dosierung eine Supplementierung sinnvoll ist, kann als eine Art Ratgeber zur idealen Einnahme, Anwendung und Kombination von Nährstoffen verstanden werden:

Nährstoffkombination von Vitamin D

Nährstoff
Wechselwirkung
Studien
Tägl. Bedarf (DGE)
Supplementierung
Calcium
Vitamin D ist für die hormonelle Regulation zuständigWirkung auf die Knochen -> Senkung des Frakturrisikos 1.000 mgBei Calcium-Mangel
Phosphor
Vitamin D ist für die hormonelle Regulation zuständigVermeidung von Knochenmineralmangel700 mgNicht notwendig
Vitamin K2
Unterstützt Proteine, die Kalzium transportierenVorteilhafte Veränderungen des Knochenstoffwechsels und der Knochenmasse70 µgJa, immer.
Dosis: 100 Mikrogramm pro Tagesdosis Vitamin D
Magnesium
Benötigt zur Umwandlung von Vitamin D in ein Hormon, Treibstoff für Moleküle, die Vitamin D transportierenSenken gemeinsam die Wiedererkrankungsrate von Patienten mit multipler Sklerose400 mg Ja, in einer Anfangstherapie mit hochdosiertem Vitamin D oder bei Magnesium-Mangel
Vitamin A
Gegenseitige Unterstützung in diversen Bereichen (Steuerung von Genen)Gegenseitige Unterstützung, Bekämpfung von Entzündungen

1 mgIn der Regel nicht. Es genügt eine leichte Erhöhung der Zufuhr Vitamin-A-reicher Lebensmittel
Vitamin A
Für die Regulation der VDR-Synthese zuständigRegulation der Synthese von Vitamin-D-Rezeptoren10 mgBei Zink-Mangel

Durch die Tabelle wird ersichtlich, dass Vitamin D3 an sich für zahlreiche Prozesse des menschlichen Körpers unentbehrlich ist, und dass Nährstoffe in Kombination ihre Wirkung modifizieren und optimieren können. Ernährungswissenschaftler, Ärzte und Apotheker wissen über die Wechselwirkungen Bescheid und bieten oft Kombiprodukte an, um ihre Patienten optimal zu unterstützen. Wird der Ratgeber zur Einnahme von Präparaten eingehalten, ist in der Regel nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen. Das Risiko von Nebenwirkungen erhöht sich mit einer irregulären, zum Beispiel überdosierten, Anwendung von Medikamenten.

Das bewirken die Nährstoffkombinationen und ihre Wechselwirkungen im Einzelnen:

Vitamin D, Calcium und Phosphor

Calcium und Phosphat sind die bedeutendsten Materialien für die Knochen. Calcium an sich ist für den Stoffwechsel des Menschen unentbehrlich, gemeinsam mit Phosphor ist es für den Knochenaufbau und die Erhaltung der Knochen und ihrer Stärke zuständig. Phosphor ist außerdem für die Regulierung der Funktionen der Zellen zuständig.

Die beiden Stoffe können nur durch Vitamin D im Darm aus der Nahrung aufgenommen werden. Darüber hinaus ist eine enge Regulation von Calcium und Phosphat notwendig, da sie direkt zusammenarbeiten, und somit eine Aufrechterhaltung des Gleichgewichts. Der Kalzium-Phosphat-Stoffwechsel wird hormonell durch Vitamin D und Parathormon bedingt. Vitamin D, genauer gesagt die physiologisch aktive Form, das Hormon Calcitriol, ist für die Mineralisierung der Knochen und den Einbau von Kalzium und Phosphat in Niere und Darm von großer Bedeutung.

  • Die Mineralisierung der Knochen durch Calcitriol erfolgt durch eine Aktivierung der Osteoblasten. Es handelt sich dabei um diejenigen Zellen, die für die Knochenbildung zuständig sind.
  • Calcitriol ist durch eine erhöhte Produktion von kalziumbindenden Proteinen und Enzymen (Adenosintriphosphatasen, ATPase) für die Aufnahme von Calcium und Phosphat in Niere und Darm verantwortlich.

Beide Stoffe benötigen Vitamin D für die Aktivierung von Vitamin K2. Die beiden Stoffe funktionieren nur als Team. Vitamin K2 wird von Mikroorganismen gebildet und erfüllt die Verteilung von Kalzium im Körper. Es verhindert eine Ablagerung in den Blutgefäßen und verstärkt den Einbau von Kalzium in die Knochen.

Befinden sich die Knochenbaustoffe im Ungleichgewicht, kann das schwerwiegende Folgen haben. Es ist keine Seltenheit, dass Erkrankungen, die das Skelett und die Knochen betreffen, entstehen. Das bedeutet, dass ausreichend Vitamin D nötig ist, um schmerzhafte Erkrankungen der Knochen wie Osteomalazie, Osteoporose oder eine Frakturgefährdung zu verhindern.

Vitamin D und Vitamin K2

Vitamin D ist besonders für seine gesunde Wirkung auf die Knochen und Muskeln bekannt. Damit das Vitamin in diesem Bereich ideale Effekte erzielen kann, ist es jedoch notwendig, dass der Körper ebenfalls genug Vitamin K2 bekommt. Das liegt daran, dass die Vitamine in verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten. Sie wirken nur als Team. Sie sind gemeinsam am Knochenaufbau oder Stoffwechsel beteiligt.

Das Vitamin K2 ist dafür zuständig, das Calcium an den erforderlichen Stellen im Körper einzubauen. Für den Transport des Kalziums sind zudem bestimmte Proteine maßgebend, die ohne ausreichende Mengen an Vitamin K2 nicht arbeiten können, sie sind an das Vitamin gebunden.

Dank ihm ist unser Körper in der Lage, den wichtigen Mineralstoff Calcium aus dem Blut zu ziehen und für die Bildung von Knochen, Zähnen oder Fingernägeln zu verwenden. Das Calcium bleibt nicht im Blut zurück und Ablagerungen an den Gefäßwänden werden verhindert. Es aktiviert die Proteine durch Vitamin D und ist für den Transport des Kalziums zuständig.

Durch eine reguläre Verwertung und einen ordnungsgemäßen Kalziumeinbau schützt Vitamin K2 vor einer Verkalkung der Gefäße und es reguliert die Blutgerinnung. Es dient damit sowohl zur Prävention als auch zur Rückbildung von Arterienverkalkungen.

Deshalb ist es sinnvoll die Aufnahme des Vitamins K2, bei einer erhöhten Zufuhr von Vitamin D3, ebenso zu steigern. Nur dann sind sie in der Lage, gewissenhaft ihren Aufgaben nachzugehen. Gemeinsam sind sie für den Knochenaufbau und die Stärke der Knochen verantwortlich, sie unterstützen den Stoffwechsel und begünstigen die Gesundheit von Herz und Blutgefäßen. Im Umkehrschluss besitzen sie die Kraft, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Erkrankungen der Knochen wie Osteoporose effizient zu bekämpfen. Eine wissenschaftliche Studie belegt, dass sich für den Knochenstoffwechsel und die Knochenmasse mehr positive Veränderungen ergeben, wenn eine Supplementierung durch Vitamin D3 mit einer Kombination von Menachinon erfolgt.

Das sind die wichtigsten Punkte:

  • Die Vitamine D und K2 funktionieren nur als Team ideal
  • Sie arbeiten in verschiedenen Bereichen zusammen, dazu zählen der Stoffwechsel und der Aufbau und die Erhaltung der Knochen
  • Wird die Zufuhr an Vitamin D erhöht, ergibt sich auch ein erhöhter Bedarf an Vitamin K2

Im Übrigen ist das der Grund, weshalb Nahrungsergänzungsmittel häufig Vitamin D und Vitamin K2 enthalten. Ein solches Präparat wird bei einer ergänzenden Einnahme also empfohlen.

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Vitamin D und Vitamin A

Vitamin D ist bei denjenigen Aufgaben, die nicht die Kalziumregulation im Blut betreffen, auf die Unterstützung eines weiteren Vitamins angewiesen – auf Vitamin A.

Die Herstellung von wichtigen Proteinen kann nur funktionieren, wenn der Haushalt zwischen Vitamin D und Vitamin A ausgeglichen ist. Sie funktionieren als Team, unterstützen sich gegenseitig in ihrer Wirkung und verhindern eine Toxizität durch den jeweils anderen Stoff. Befinden sich die Stoffe jedoch im Ungleichgewicht, spielen sie gegeneinander und verhindern einen gesundheitlichen Nutzen.

Vitamin D benötigt Vitamin A, um sich an den Vitamin-D-Rezeptor (VDR) zu binden und seine antiinflammatorische Wirkung anzuwenden. Eine wissenschaftliche Studie aus Italien bestätigt, dass Nährstoffe und ihre Kombination eine führende Rolle in der Bewältigung von schwachen Entzündungen spielen, die mit chronischen Entzündungserkrankungen in Verbindung stehen. So sind sie zum Beispiel in der Lage, eine multiple Sklerose gemeinsam optimal zu bekämpfen.

Das bedeutet aber nicht, dass bei einer Supplementierung mit Vitamin D zwangsweise auch Vitamin-A-Präparate eingenommen werden – anders als bei Vitamin K2. Denn Vitamin A ist in einigen Gemüse- und Obstsorten enthalten, wodurch ein Mangel unwahrscheinlich wird. Sollte dieser Fall trotzdem eintreten, ist es ratsam, Vitamin A in Form von Beta-Carotin einzunehmen. Es handelt sich dabei um eine Vorstufe des Vitamins, welche bei Bedarf umgewandelt wird. Das macht eine Überdosierung unmöglich.

Vitamin D und Magnesium

Vitamin D ist darüber hinaus von einem weiteren Mineralstoff abhängig, von Magnesium. Bei Vitamin D handelt es sich um ein Prohormon. Damit es sich in ein Hormon umwandeln kann, ist eine ausreichende Versorgung an Magnesium notwendig. Damit geht einher, dass das Vitamin ohne Magnesium nicht in der Lage ist, später seine hormonelle Wirkung zu entfalten.

Magnesium erfüllt dabei eine ähnliche Aufgabe wie Vitamin K2. Es dient als Treibstoff für die Moleküle, die Vitamin D im menschlichen Körper weitergibt. Da sie im direkten Zusammenhang stehen, ist es nötig, ausreichend Magnesium einzunehmen, damit Calcitriol wirken kann. Bei einer Therapie und einer erhöhten Aufnahme an Vitamin D hat der Mensch also einen erhöhten Bedarf an Magnesium. Es ist deshalb sinnvoll, die Zufuhr an Magnesium nicht außer Acht zu lassen und sicherzustellen, etwa durch eine Einnahme von Supplementen.

Vitamin D ist in der Lage, Erkrankungen wie Rachitis zu heilen. Das ist zwar richtig, jedoch fanden Forscher vor einigen Jahrzehnten heraus, dass eine Zugabe von Magnesium notwendig ist.

Vitamin D und Zink

Damit Vitamin D, genauer das Hormon Calcitriol, seine Wirkung im System Mensch entfalten kann, muss er zunächst von den Vitamin-D-Rezeptoren (VDR) aktiviert werden. Erst wenn das Hormon an die Rezeptoren gelangt, werden die Prozesse des Körpers, für die es zuständig ist, eingeleitet.

Bei einem Vitamin-D-Rezeptor handelt es sich um nichts Weiteres als einen Calcitriol-bindenden Transkriptionsfaktor, welcher der Wirkstoffklasse der Steroide angehört. Dieser intrazelluläre Rezeptor ist abhängig von Zink, da dieser Mikronährstoff für die Regulation der VDR-Synthese zuständig ist. Liegt ein Zink-Mangel vor, können die Rezeptoren nicht geformt werden. Das führt dazu, dass auch das Vitamin D in seiner Funktion eingeschränkt ist. Darüber hinaus moduliert Zink die Bildung von Calcitriol – befindet sich nicht genügend im Körper, kann sich der Hormon-Spiegel nicht optimieren.

Vitamin D und Johanniskraut

Johanniskraut kann sich bei einem Vitamin-D-Mangel positiv auf das Allgemeinwohl und die Stimmung auswirken. Es erhöht die Empfindlichkeit der Haut, sodass die Produktion von Vitamin D angekurbelt wird. Johanniskraut dient nicht nur als natürliches Antidepressivum, es könnte auch dazu beitragen, die 25(OH)D-Werte im Blut wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Fazit

Der Bedarf einiger Stoffe kann durch eine ausgewogene Ernährung gedeckt werden, bei anderen ist eine Ergänzung nicht unüblich, eine Einnahme von Magnesium Tabletten ist nicht unüblich.

Besonders bei Vitamin D empfiehlt sich eine Einnahme von Präparaten, da der Bedarf nicht ausschließlich über die Ernährung gedeckt werden kann. Darüber, ob ein Mangel vorliegt und mit welcher Dosierung eine Supplementierung notwendig ist, gibt 25 OH D-Werte bei einem Test, der aus einer Blutabnahme besteht, Auskunft.

Eine Supplementierung erhöht nicht nur den Spiegel im Blut, eine sinnvolle Kombination mit weiteren Stoffen fördert die Gesundheit oder senkt das Risiko von Erkrankungen, außerdem werden Symptome durch eine Einnahme von Vitamin D täglich schnell gelindert. Nahrungsergänzungsmittel und Arzneimittel werden als Tabletten, Kapseln oder Tropfen angeboten, hochdosierte Medikamente sind jedoch verschreibungspflichtig, ein Apotheker wird sie nicht ohne Rezept ausgeben. Tropfen garantieren im Gegensatz zu Kapseln eine optimale Aufnahme von Vitamin D3 in den Körper.

Symptome wie ein häufiges Auftreten von Infektionen, Muskelschmerzen oder brüchige Fingernägel können auf eine Störung des Vitamin-D-Haushalts hinweisen. Entscheidet sich der Betroffene für eine Erhöhung der 25 OH D-Werte, sollten andere Nährstoffe wie Vitamin K2, Magnesium, Zink oder Vitamin A nicht außer Acht gelassen werden.