Folgen eines Vitamin D Mangels

Die Folgen eines längerfristig zu niedrigen Vitamin D Spiegels können schwerwiegende Erkrankungen sein, die nur noch mit ärztlicher Hilfe behandelbar sind. Bildquelle: Stockbakery / Shutterstock.com

Seine Funktionen auf die Knochengesundheit des Menschen haben dem Vitamin lange Zeit zum Ruhm verholfen, doch nun stehen seine anderen Eigenschaften immer mehr im Fokus. Vitamin D ist für viele Wesen lebensnotwendig. Es zeichnet sich dadurch aus, dass der Körper es durch eine endogene Synthese eigens produzieren kann – alles was er dazu benötigt, ist Sonnenlicht. In letzter Zeit gelangt Vitamin D immer wieder aufgrund seiner bedeutenden Wirkung gegen Krebs in den Mittelpunkt, ihm kommt eine präventive Wirkung sowie die Eigenschaft, die Teilung der Krebszellen zu hemmen, zugute.

Da das Vitamin, das eigentlich ein Prohormon ist, so viele Aufgaben des menschlichen Organismus unterstützt, ist es wichtig, ausreichende Mengen aufzunehmen. Denn bei einem Defizit machen sich nicht nur leichte Symptome wie Müdigkeit, Kopf- oder Muskelschmerzen bemerkbar, auch ernsthafte Erkrankungen des Herz-Kreislauf-, Nerven- oder Immunsystems können die Folge sein.

Folgen eines Vitamin-D-Mangels

Ein Vitamin-D-Mangel wirkt sich auf diverse Regionen des menschlichen Körpers aus. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um folgende Bereiche:

  • Skelettsystem und Knochen
  • Muskeln
  • Herzkreislaufsystem
  • Immunsystem
  • Gehirn und Nervensystem sowie Psyche
  • Zellen

Daneben lassen sich allgemeine Folgen wie Kalziummangel beobachten.

Vitamin D Mangel Symptome

Kalziummangel und Knochenerkrankungen

Kalzium ist neben Phosphat das bedeutendste Material für die Knochen. Sie bestehen aus Kalziumverbindungen und organischen Substanzen, es fungiert demnach als Baustein für die Knochen. Ihm verdanken sie ihre Stärke und Festigkeit. Befindet sich zu wenig Kalzium im Blut, verlässt es die Knochen um den Haushalt auszugleichen. Dadurch verlieren sie auch ihre Stabilität, die Folgen sind eine Knochenerweichung sowie Knochenschwund.

Doch um ordnungsgemäß zu funktionieren, benötigen Knochen viel mehr als nur Kalzium. Verschiedene Vitamine, Mineralstoffe und Hormone sind ebenso von großer Wichtigkeit, sie funktionieren nur als Team (Mangel Vitamin D oder anderer Stoffe führt zu einem gestörten Kalzium Einbau).

Kalzium und Phosphat arbeiten zusammen, weshalb eine Aufrechterhaltung des Gleichgewichts notwendig ist. Der Kalzium-Phosphat-Stoffwechsel wird hormonell durch Calcitriol und Parathormon bedingt. Vitamin D steuert die Kalziumaufnahme, es ist für die Mineralisierung der Knochen und den Einbau von Kalzium in die gewünschten Bereiche zuständig. Dies geschieht durch eine Aktivierung der Osteoblasten – derjenigen Zellen, die für die Knochenbildung verantwortlich sind. Darüber hinaus erhöht das Hormon Calcitriol die Produktion von kalziumbindenden Proteinen.

Neben Calcitriol spielt zum Beispiel Vitamin K2 eine Rolle für die Knochen. Es wird von Mikroorganismen gebildet und erfüllt die Verteilung von Kalzium im Körper. Es verhindert eine Ablagerung in den Blutgefäßen und verstärkt den Einbau von Kalzium in die Knochen.

Befinden sich die Knochenbaustoffe im Ungleichgewicht, können Erkrankungen des Skelettsystems entstehen. Die Knochengesundheit lässt nach, eine Erweichung der Knochen oder Knochenschwund, auch Osteomalazie und Osteoporose genannt, sowie eine Rachitis bei Kindern können die Folge sein. Damit geht eine Frakturgefährdung einher, die Gefahr, einen Bruch zu erleiden, ist erhöht.

Ausreichend Vitamin D ist nötig, um solche Erkrankungen zu verhindern und die Gesundheit der Knochen zu schützen. Es gilt den Spiegel aufrechtzuerhalten, damit die Stärke und Festigkeit der Knochen sichergestellt ist. Die Einnahme von Tabletten, Kapseln oder anderer Präparate kann den Mangel ausgleichen, eine Versorgung durch Nahrung allein ist kaum möglich, auch wenn Lebensmittel verzehrt werden, die reich an Vitamin D3 sind. Dabei gibt es individuelle Empfehlungen der Dosierung bei verschiedenen Personengruppen, zum Beispiel benötigen übergewichtige Menschen eine höhere Dosierung als normal- oder untergewichtige. Die Folge einer Überdosierung ist eine Hyperkalzämie.

Eine randomisierte Kontrollstudie bestätigt die Verbindung von Vitamin D und Kalzium. Es steigert den Behandlungserfolg in einer Therapie mit Kalziumcarbonat bei Kindern, die an Rachitis, einer Erkrankung der wachsenden Knochen, leiden. Der Erfolg ist dabei unabhängig vom 25(OH)D-Ausgangswert. Ein gestörter Kalziumeinbau ist eines der Vitamin D Mangel Symptome.

Ungesunde Zähne, Fingernägel und Haare

Der Einbau von Kalzium ist nicht nur für die Knochen, sondern auch für Hornplatten und Hartgebilde von großer Bedeutung – die Rede ist von den Fingernägeln und Zähnen des Menschen. Das Prohormon Calcitriol ist für die hormonelle Regulation des Kalzium-Phosphat-Stoffwechsels zuständig. Der Einbau von Kalzium unterstützt die Gesundheit der Nägel und Zähne. Mangelt es dem Menschen an Vitamin D, kann das Calcium, auch wenn es zur Genüge im Körper existiert, nicht richtig eingebaut werden.

Dadurch baut die Kieferknochensubstanz ab und das Entstehen von Beschwerden im Mundbereich sowie Zahnschmerzen, Zahnverlust, Karies oder bakterielle Infektionen des Zahnhalteapparats wird begünstigt.

Bakterielle Infektionen, die eine Folge eines geschwächten Immunsystems und eines Vitamin-D-Mangels darstellen können, stellen eine große Gefahr für das Verankerungssystem dar, da Bakterien über Nerven und Blutgefäße bis an das Zahnfleisch gelangen und Entzündungen sowie eine Zerstörung des Zahnhalteapparats verursachen. Ein Defizit erhöht den Schaden und die Verlustrate von Zähnen.

Ist der Kalzium-Einbau in die Hornplatten gestört, verlieren sie ihre Festigkeit. Daraus resultieren weiche, brüchige Fingernägel. Unschöne weiße Flecken entstehen durch Entzündungen der Nagelwurzeln, die eine Störung der Verhornung verursachen. Sie sind die Folge eines Kalziummangels und weisen auf ein Defizit an Vitamin D hin. Es verhindert ein Einreißen oder Abbrechen und zaubert schöne, feste Fingernägel.

Auch Hornfäden – unsere Haare – sind auf den Einbau von Kalzium angewiesen. Sie bestehen hauptsächlich aus Keratin, das von Vitamin D und seinen Metaboliten gefördert wird. Das Vitamin modifiziert die Keratin-Synthese, indem es die Differenzierung der Phänotypen der hornbildenden Zellen, der Keratinozyten, ändert. Eine Studie belegt, dass Vitamin D3 und sein Rezeptor an der Regulierung von Genexpression epidermalen Keratins beteiligt ist.

Ein Vitamin-D-Mangel beschränkt die Leistungsfähigkeit der Haare, indem die Nährstoffversorgung gestört wird. Der Zyklus eines Haars besteht aus drei Phasen, in denen es wächst, zur Kopfhaut vorgeschoben wird und sie durchbricht, und ausfällt. Es stirbt ab, da es von der Nährstoffversorgung abgegrenzt ist. Ist die Versorgung durch einen Vitamin D3 Mangel unzureichend und wird gestört, gerät der Zyklus der Haare durcheinander. Es ergeben sich kürzere oder längere Phasen des Haarwachstums, wodurch das Haar früher oder später ausfällt. Eine Störung des Kalziumeinbaus führt zu Haarausfall oder Haarverlust (Alopezie).

Eine wissenschaftliche Studie aus Boston belegt Interaktionen zwischen Vitamin D3 und HR, einem Protein, das mit dem Haarwachstum verbunden ist.

Eine Studie der University of Arizona, die sich mit Biochemie und molekularer Biophysik beschäftigt, kommt zu demselben Ergebnis und bestätigt, dass Vitamin-D-Rezeptoren an der Regulierung des Zyklus der Haarfollikel beteiligt ist.

Muskelschmerzen und Verlust der Muskelmasse

Es ist erneut der Einbau von Kalzium, der auch für die Muskeln eine wichtige Rolle spielt. Die Kalziumaufnahme steht eng mit der Kontraktionskraft der Muskeln in Verbindung. Vitamin D unterstützt den Muskelaufbau, indem mehr Proteine gebildet werden. Die Syntheserate wird erhöht und das Wachstum aktiviert. Damit geht eine erhöhte Leistungsfähigkeit und eine bessere Regeneration einher.

Außerdem aktiviert das Prohormon Calcitriol Gene, die Testosteron produzieren. Das Sexualhormon löst nicht nur Begattungsdrang und Kampfverhalten bei Lebewesen aus, es stellt auch eines der drei wichtigsten Hormone für den Muskelaufbau dar. Ihm kommt eine anabole Wirkung zugute, es erhöht die Muskelmasse und Muskelkraft.

Eine höhere Proteinsyntheserate und ein höherer Gehalt an Testosteron beeinflussen die Muskeln positiv. Niedrige Vitamin-D-Werte führen hingegen zu Beschwerden wie Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Muskelschwund, Sarkopenie, häufiges Auftreten von Krämpfen und Myopathien (Muskelerkrankungen).

Bluthochdruck, Diabetes und weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Vitamin D wirkt sich positiv auf das Herzkreislaufsystem aus. Auch dieses Phänomen ist auf seine Verantwortlichkeit für die Einlagerung von Kalzium zurückzuführen. Es ist die Aufgabe des Calcitriols, das Kalzium in die nötigen Bereiche des menschlichen Körpers aufzunehmen. Wird es nicht richtig eingebaut, können sich die Blutgefäße verdichten. Gesunde Gefäße sind in der Lage, sich durch ständiges Erweitern und Zusammenziehen den Druckimpulsen des Herzens anzupassen. Bei einer Verdichtung versteifen sie, und der Blutfluss wird behindert.

Eine Verengung oder ein Verschluss der Herzkranzgefäße ist der Anfang zahlreicher Erkrankungen. Eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems ist deshalb ebenso eines der Vitamin D Mangel Symptome. Bei einer Behinderung des Blutflusses kommt es im Herz-Kreislauf-System zu Brustschmerzen oder einem Stechen im Brustkorb, außerdem können folgende Krankheiten entstehen:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzschwäche
  • Herzinfarkt
  • Koronare Herzkrankheit
  • Kreislaufprobleme

Eine Meta-Studie über das Verhältnis von Vitamin D und kardiovaskulären Risiken von Kindern spricht sich für die Annahme aus, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Folge eines Vitamin-D-Mangels oder einer Unterversorgung darstellen können. Ein Defizit kann eine orthostatische Intoleranz, das Kawasaki-Syndrom (eine Gefäßerkrankung bei Kindern) und Bluthochdruck hervorrufen.

Ist das Blut durch eine Verengung der Gefäße aufgrund von Kalkablagerungen, einer Arteriosklerose, nicht in der Lage, den Kreislauf nicht mit gewohnter Geschwindigkeit zu passieren, erhöht sich der Blutdruck. Das Herz muss mehr Arbeit ertragen, um alle Organe und Gewebe des Körpers zu versorgen. Dadurch wird die Muskulatur des Herzens geschwächt – und es kann vollkommen versagen.

Bluthochdruck oder Hypertonie ist eine der häufigsten Ursachen für einen Herzinfarkt oder einen Hirnschlag. Um eine Verkalkung der Blutgefäße, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ernsthafte Folgen zu vermeiden, muss der Vitamin-D-Spiegel aufrechterhalten werden.

Ein geschwächtes Immunsystem

Vitamin D unterstützt das Immunsystem und ist an der Bekämpfung von Viren und bakteriellen Infektionen beteiligt. Es reguliert die Produktion von Abwehrstoffen, sogenannte Peptide. Antimikrobielle Peptide wie Cathelicidin und Defensin sind sehr effektiv gegen Viren und Bakterien, sie zerstören die Krankheitserreger. Sowohl Vitamin D als auch Abwehrstoffe sind für die angeborene Immunantwort, die schnell wirken und immer verfügbar sein muss, von großer Bedeutung.

An Calcitriol ist jedoch das Besondere, dass es nicht nur eine Wirkung auf die angeborene, sondern auch auf die adaptive Immunität ausübt. Im adaptiven Immunsystem entfaltet das Vitamin eine entzündungshemmende Eigenschaft, indem es die T-Zellen beeinflusst. Sie gehören zu den Lymphozyten und spielen eine entscheidende Rolle für das Abwehrsystem. Vitamin D regt die Bildung der regulatorischen T-Zellen an. Dazu gehört zum Beispiel die Helferzelle des Typs 2, die an der Ausschüttung von Antikörpern beteiligt und für die Immunreaktion unentbehrlich ist.

Das häufige Auftreten einer Erkältung, Grippe oder weiterer Infektionen weist auf ein geschwächtes Abwehrsystem hin und lässt ein Defizit an Vitamin D3 vermuten.

Vitamin D stärkt das Immunsystem und dient ebenso zur Prävention von Autoimmunreaktionen. Diese bezeichnen einen Angriff des Körpers auf eigene Zellen oder eigenes Gewebe, da er es fälschlicherweise als fremd und gefährlich einstuft. Seine Wirkungsweise verhindert eine Überreaktion des Systems. Dadurch unterbindet es die Entstehung von Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose, Diabetes Typ-1 oder rheumatoide Arthritis.

Eine Studie aus Brasilien fand heraus, dass Vitamin D einen Prädiktor für die Beeinträchtigung der Patienten einer multiplen Sklerose darstellen kann. Ein Defizit wird mit einem Fortschreiten der Krankheit in Verbindung gebracht. Calcitriol ist in der Lage, der Krankheit vorzubeugen und den Krankheitsverlauf von MS-Patienten positiv zu beeinflussen.

Zudem kann eine erhöhte Aufnahme von Vitamin D das Auftreten von allergischen Reaktionen verringern, denn auch bei Allergien handelt es sich um eine krankhafte Abwehrreaktion des Systems, auch wenn diese von anderen Autoimmunerkrankungen abgegrenzt werden müssen.

Vitamin D hat zahlreiche Auswirkungen auf verschiedene Körperbereiche. Damit geht einher, dass ein Defizit viele Systeme des menschlichen Organismus durcheinanderbringen kann. Es entstehen nicht nur leichte Beschwerden, sondern auch Erkrankungen, die tödlich enden können.

Erkrankungen des Gehirns und der Psyche: Demenz, Depressionen, Parkinson

Vitamin D spielt eine besondere Rolle für die Gehirnentwicklung und Gehirnleistung. Da sich auch im Hirn Vitamin-D-Rezeptoren befinden, hat es einen Wirkung auf das ZNS und das periphere Nervensystem. Calcitriol beeinflusst Wachstumsfaktoren, etwa Neurotrophine, die für den Schutz existierender Neuronen und Synapsen verantwortlich sind und das Wachstum neuer begünstigen.

Diese Wachstumsfaktoren (BDNF) wirken sich auf das Gedächtnis aus. Sie verhindern das Entstehen von Erkrankungen des Gehirns und Defizite in kognitiven, emotionalen und sozialen Funktionen. Vitamin D und Neurotrophine erfüllen eine präventive Wirkung, sie stärken die Gehirnleistung und sorgen dafür, dass die Verstandeskraft nicht zu schnell nachlässt.

Vitamin D verhindert Demenz, Alzheimer und das Nachlassen der Gehirnleistung.

Doch das Prohormon hat nicht nur positive Auswirkungen auf diese psychiatrischen Syndrome, sondern auch auf eine Depression oder Schizophrenie und neurologische Erkrankungen wie Schlaganfälle oder Parkinson. Studien fanden heraus, dass ein niedriger Vitamin-D-Gehalt im Blut das Entstehen von Parkinson und Schlaganfällen begünstigt. Es ist außerdem nicht unwahrscheinlich, dass sich Vitamin D positiv auf begleitende Erkrankungen wie Muskelstarre oder verlangsamte Bewegungen auswirkt, da es die Gesundheit der Muskulatur fördert, indem es den Entzündungsgrad der Muskeln verringern kann und am Aufbau und der Regeneration von Muskeln beteiligt ist. Eine Supplementierung wird als ein vielversprechender Ansatz vor allem in der Prävention der Krankheiten angesehen.

Der vorbeugende Effekt trifft außerdem auf eine Depression zu. Eine englische Studie beschreibt eine signifikante Verbindung zwischen niedrigen 25-Hydroxy-Vitamin-D-Werten und erhöhten depressiven Symptomen im Erwachsenenalter. Ein Vitamin-D-Mangel stellt einen Risikofaktor für eine Altersdepression dar, besonders bei Frauen.

Auch Wochenbettdepressionen oder Depressionen in der Frühschwangerschaft, die sich in Komplikationen und Stimmungskrisen äußern, können durch das Prohormon verhindert werden. Depressive Symptome können bei einer Erhöhung der 25(OH)D-Werte abklingen.

Das Entstehen einer Depression durch einen Vitamin-D-Mangel ist auf die Wirkung von Cholecalciferol auf den Glücksbotenstoff Serotonin zurückzuführen. Es aktiviert die Transkription eines Gens im Gehirn, das die Serotonin-Synthese anregt.

Depressive Patienten oder Autisten weisen häufig einen niedrigen Gehalt an 25-Hydroxy-Vitamin-D im Blut auf. Ein Test des Arztes ist in der Lage, den Bedarf und die Versorgung festzustellen. Kommt durch den Test eine unzureichende Versorgung zum Vorschein, können Vitamin D Präparate wie Kapseln oder Tabletten helfen. Auch wenn auf eine ausgewogene Ernährung geachtet wird, ist es nicht möglich, den Bedarf zu decken. Lebensmittel, die Vitamin D3 enthalten sind rar, und eine Einnahme derjenigen Lebensmittel, die Vitamin D2 enthalten, reicht nicht aus, um den Spiegel zu erhöhen. Eine Vitamin-D-reiche Ernährung ist lediglich in der Lage, eine hohe Zufuhr zu erleichtern. Präparate ergänzen die endogene Synthese und die Ernährung, eine Einnahme treibt den unzureichenden Vitamin-D-Gehalt in die Höhe. Wird der Test erneut durchgeführt, bestätigen die 25(OH)D-Werte im Blut, dass Vitamin D Präparate den Status normalisieren und den Bedarf decken können. Durch eine Erhöhung von Vitamin D können Symptome neurologischer Erkrankungen reduziert werden.

Es hat damit einen Einfluss auf Depressionen, Schizophrenie, Autismus und bipolare Störungen.

Da das Vitamin, das eigentlich ein Prohormon ist, so viele Aufgaben des menschlichen Organismus unterstützt, ist es wichtig, ausreichende Mengen aufzunehmen. Das sind die Folgen eines Vitamin-D-Mangels:

Bereich des Körpers
Folgen
Herzkreislaufsystem
-Bluthochdruck
-Hypertonie
-Diabetes
-Kreislaufprobleme
-Störungen des Blutflusses
-Herzrhythmusstörungen
Skelettsystem, Knochen
-Osteoporose (Knochenschwund)
-Osteomalazie (Knochenerweichung)
-Rachitis
-Frakturgefährdung
Fingernägel, Zähne und Haare
-Brüchige Fingernägel
-Weiße Flecken
-Zahnschmerzen
-Zahnverlust
-Karies
-Dünnes Haar
-Haarausfall
Muskeln
Muskelschmerzen
Muskelschwäche
-Muskelschwund
-Häufiges Auftreten von -Krämpfen
-Sarkopenie (Abbau der Muskelmasse und Muskelkraft im Alter)
-Myopathien
Immunsystem
-Geschwächtes Immunsystem
-Anfälligkeiten für Erkältungen, Grippe oder andere Infektionen
-Autoimmunerkrankungen (Multiple Sklerose)
-Allergien
Gehirn und Nervensystem
-Nachlassen der Hirnleistung
-Demenz (Alzheimer)
-Depressionen
-Neurologische Erkrankungen (Schlaganfall, Parkinson, Multiple Sklerose, Kopfschmerzen, Migräne)
-Psychische Erkrankungen (Schizophrenie)
Zellen
-Müdigkeit
-Konzentrationsschwierigkeiten
-Krebs
Nährstoffmangel
Kalziummangel
Haut-Akne
-Psoriasis, Schuppenflechte
-Juckreiz

Vitamin D und Krebs

Vitamin D hat gleich mehrere positive Effekte auf Krebserkrankungen, sowohl zur Prävention als auch bei einer Behandlung. Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, sinkt durch eine erhöhte Aufnahme an Vitamin D.

Vitamin D hat eine Wirkung auf verschiedene Arten von Krebs. In einer Behandlung hemmt es die Zellteilung von Krebszellen und damit das Wachstum der Krebszellen und -tumoren, indem es die Zahl der antiinflammatorischen Zytokine erhöht. Zytokine regulieren die Differenzierung von Zellen.

Daraus ergibt sich, dass diejenigen Patienten mit einem hohen Vitamin D Spiegel bessere Überlebenschancen aufweisen als diejenigen mit einem niedrigen Spiegel. Es wirkt sich dabei auf die Angiogenese und Metastasierung von Krebs aus. Darüber hinaus senkt es die Widerstandsfähigkeit der Krebszellen gegen Medikamente und Antikörper.

Darüber hinaus wird die Kalzium-Absorption gesteigert, welche einen bedeutenden Faktor in der Risikoreduktion aller Krebsarten darstellt. Diese Effekte sind durch wissenschaftliche Studien bestätigt. Ein hoher Gehalt an Vitamin D verhindert eine Unzulänglichkeit des Kalziums. Beide Stoffe wirken sich positiv auf Krebs, Krebsrisiko und die allgemeine Gesundheit aus. Die Aufnahme von Vitamin D erhält damit eine präventive Funktion.

UV-Strahlen und Vitamin D gegen Hautkrebs

Die Strahlen der Sonne werden immer wieder mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, an Hautkrebs zu erkranken, assoziiert. Diese Beobachtung ist jedoch nur bei einer äußerst starken Sonneinwirkung zutreffend. Zu starke UV-Strahlen schädigen das Erbgut in den Zellen, dies stellt einen Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs dar.

Es gilt, ein gesundes Mittelmaß zu finden. Wird das Sonnenlicht in Maßen genossen, bildet der menschliche Körper Vitamin D, ohne der Haut zu schädigen. Ihm kommt eine präventive Wirkung zu, er schützt vor Hautkrebs und reduziert das Risiko einer Erkrankung deutlich. Das Vitamin unterstützt die Aufnahme von Kalzium und den Knochenstoffwechsel. Diese Förderung des Knochenstoffwechsels ist von großer Bedeutung, da Krebs und seine Therapie die Knochendichte verringern. Damit können Begleiterkrankungen wie Osteoporose einhergehen.

Um die Schutzfunktion von Vitamin D hervorzurufen ohne die Haut zu schädigen, müssen einige Faktoren beachtet werden.

  • Der Körper benötigt die UV-B-Strahlen der Sonne, um Vitamin D herzustellen
  • Vitamin D reduziert das Risiko verschiedener Krebsarten
  • Aggressive Sonneneinstrahlung erhöht das Risiko von Hautkrebs
  • Lange Sonnenbäder und Sonnenbrände sollten vermieden werden, auch Mittagshitze und ein hoher Sonnenstand stellen eine Gefahr dar
  • Eine kurze Zeit (15-30 Minuten) in der Sonne ohne Schutz genügt, um Vitamin D zu produzieren
  • Empfindliche Körperteile wie Kopfhaut und Augen sollten stets vor Sonnenstrahlen geschützt werden
  • Kleidung bietet den besten Schutz, bei Sonnenschutzmitteln sollte auf einen angemessenen Lichtschutzfaktor geachtet werden

Betrachtet und vergleicht man verschiedene Studien, ergeben sich deutliche Hinweise auf eine präventive Wirkung von Vitamin D und seinen Schutz auf die Haut. Es ist wissenschaftlich bestätigt, dass Vitamin D und Kalzium das Risiko einer Hautkrebserkrankung reduzieren.

Vitamin D und Brustkrebs

Einige wissenschaftliche Studien verdeutlichen, dass mit hohen 25(OH)D-Werten im Blut ein geringeres Risiko von Brustkrebs einhergeht. Bei den meisten Studien wurden Frauen vor und nach der Menopause berücksichtigt.

Eine der umfangreichsten Studien, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Vitamin D und Brustkrebs beschäftigt hat, ist eine italienische Fall-Kontroll-Studie, die 2.569 Frauen mit Brustkrebs und 2.588 klinische Untersuchungen beinhält. Frauen mit den Höchstwerten an Vitamin D wiesen ein 34% geringeres Risiko auf als die mit niedrigen Werten. Eine Einnahme von Vitamin D mit einer Dosierung in Höhe von 143 IE pro Tag offenbart eine schützende Wirkung.

Diese Beobachtungen weisen deutlich auf eine präventive Wirkung von Vitamin D auf Brustkrebs hin.

Vitamin D und Lungenkrebs

Vitamin D reduziert das Risiko von Lungenkrebs und kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Eine niedrigere UV-B-Bestrahlungsstärke wird mit einem häufigeren Auftreten von Lungenkrebs assoziiert. Dieser Zusammenhang ist auf einen Vitamin-D-Mangel zurückzuführen. Mit den Ergebnissen der Studie der University of California San Diego geht einher, dass Vitamin D die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung verringert.

Darüber hinaus wirkt sich Calcitriol positiv auf Lungenkrebs und andere entzündliche Erkrankungen der Lunge aus. Dazu zählt die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), die das Entstehen von Bronchialkrebs begünstigt. Vitamin D kann die Überlebenschance erhöhen, indem es die Teilung der Krebszellen hemmt. Davon profitieren vor allem diejenigen Patienten, die sich im Angangsstadium der Krankheit befinden.

Vitamin D und Prostatakrebs

Nicht nur bei Lungenkrebs-Patienten, sondern auch bei Personen, die an Prostatakrebs leiden, kann Vitamin D die Überlebensrate beeinflussen. Hohe 25(OH)D-Werte führen zu einer Reduktion des Risikos um 57% – zu diesem Ergebnis kommt eine Meta-Analyse verschiedener Studien, die sich mit dem Thema beschäftigen. Vitamin D wird dadurch in der Behandlung von tödlichem Prostatakrebs eine große Relevanz zugeschrieben.

Bei anderen Krebsarten gibt es Hinweise darauf, dass Cholecalciferol das Risiko einer Erkrankung reduzieren kann, bislang gibt es jedoch keine Studien, sie sich für dieselbe Vermutung bei Prostatakrebs aussprechen.

Vitamin D und Darmkrebs

Eine Meta-Analyse der American Association for Cancer Research, die zahlreiche Studien umfasst, spricht sich für eine präventive Eigenschaft von Cholecalciferol aus.

Eine Studie, die im British Medical Journal veröffentlicht wurde, hat herausgefunden, dass ein hoher Vitamin-D-Wert im Blut das Risiko einer Entstehung von Dickdarmkrebs deutlich verringern kann. Sollten Krebspatienten einen Vitamin-D-Mangel aufweisen, wird ihnen eine Supplementierung nahegelegt.

Fazit zu chronischem Vitamin D Mangel

Vitamin D hat zahlreiche positive Auswirkungen auf die Gesundheit, seine Wirkungsweise beeinflusst verschiedene Systeme des menschlichen Organismus. Seine Unterstützung der Knochen und Muskeln verleihen dem Prohormon schon lange Ruhm, doch es fördert nicht nur das Skelettsystem, sondern auch das Herz-Kreislauf-System, das Immunsystem, das Gehirn und Nervensystem.

Es ist in der Lage, Autoimmunerkrankungen, psychiatrischen Syndrome, Depressionen oder Schizophrenie, neurologischen Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen und sie zu bekämpfen.

Mittlerweile stellt es einen bedeutenden Faktor und einen Hoffnungsschimmer in der Krebsforschung dar. Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, sinkt durch eine erhöhte Aufnahme an Vitamin D. Es hat eine Wirkung auf verschiedene Arten von Krebs, in einer Behandlung hemmt es die Zellteilung von Krebszellen und damit das Wachstum der Krebszellen und -tumoren.

Um diversen Krankheiten vorzubeugen, ist eine Aufnahme oder körpereigene Synthese von Vitamin D von großer Bedeutung. Um den Spiegel aufrechtzuerhalten, können Mittel, die die Nahrung ergänzen, oder Medikamente eingenommen werden. Dies ist besonders im Winter zu empfehlen, da ein Großteil der Menschen im Winter an einem Mangel leidet. Dieser ist auf das mangelnde Sonnenlicht im Winter zurückzuführen. Eine Einnahme von Supplementen jeden Tag ist ungefährlich und eine Überdosierung unwahrscheinlich. Ein Arzt kann über den Nährstoffgehalt des Körpers Auskunft geben und feststellen, ob eine Supplementierung sinnvoll ist.