Vitamin D Strukturformel

Vitamin D – Strukturformel

Einem Großteil der Menschen, die in Nordeuropa leben, und auch den Deutschen gelingt es oftmals nicht, ihren Vitamin-D-Bedarf zu decken. Dieses Phänomen ist verschiedenen modifizierbaren zuzuschreiben. Doch mit einem Mangel gehen gesundheitliche Schäden einher. Deshalb ist es von großer Bedeutung, das Defizit durch eine Supplementierung und Vitamin-D-Therapie auszugleichen.

Einnahme von Vitamin D

Bei einem Vitamin-D-Mangel ist es sinnvoll auf Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente zurückzugreifen, um gesundheitliche Beschwerden und schwerwiegende Konsequenzen zu vermeiden. Dabei geht man davon aus, dass spätestens ab einem Wert, der 20 ng/ml im Blutserum unterschreitet, gehandelt werden sollte. Es werden Tabletten, Kapseln und Öle angeboten, die das sogenannte Sonnenvitamin enthalten.

Ein Mangel entsteht zwar vor allem im Winter, er kann jedoch auch im Sommer auftreten. Da in der Sommerzeit jedoch zumindest ein Bruchteil des Bedarfs gedeckt wird, erfolgt im Winter eine höhere Einnahme von Vitamin D. Doch die empfohlene Höhe hängt von weiteren Faktoren ab, verschiedene Personengruppen benötigen eine individuelle Dosis – das Vitamin ist dabei übrigens nicht der einzige Stoff, der bei einem Vitamin-D-Mangel eingenommen werden sollte.

Tipps zur richtigen Einnahme im Winter

Vitamin D im Winter

Vitamin D und dessen besondere Relevanz im Winter

Der menschliche Körper ist aufgrund des fehlenden Sonnenlichts im Winter nicht in der Lage, Vitamin D zu produzieren. Eine Synthese über die Haut ist ohne ausreichend starke UV-B-Strahlung nicht möglich. Der Mensch ist im Winter deshalb besonders anfällig für einen Vitamin-D-Mangel, mit dem ein geschwächtes Immunsystem sowie Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder gar Depressionen einhergehen. Eine Aufrechterhaltung des Status und das Einnehmen von Präparaten sind im Winter meist nicht voneinander zu trennen, nur ein gesunder Vitamin-D-Haushalt senkt das Risiko von Krebs – es wirkt sich dabei auf verschiedene Arten von Krebs aus –, produziert Abwehrkräfte und unterstützt die Gesundheit oder erhöht die körperliche Leistungsfähigkeit.

Eine Supplementierung mit Vitamin D3 ist im Winter für diejenigen Menschen, denen es im Sommer nicht gelungen ist, ihren körpereigenen Vitamin-D-Speicher zu füllen, von großer Wichtigkeit. Nur durch eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sind sie in der Lage, gesundheitliche Beschwerden sowie ernstzunehmende Erkrankungen zu verhindern.

Dafür bieten sich Tabletten, Kapseln oder auch Tropfen an. Die Präparate basieren entweder auf Lanolin oder werden aus Pilzen und pflanzlichen Ölen gewonnen. Tropfen gelten als besonders effektiv und sicher, da sich das Vitamin D direkt in einer öligen Lösung befindet, durch die es optimal aufgenommen werden kann. Andere Präparate können genauso Wirkung erzielen, etwa wenn sie zum Essen eingenommen werden, durch Tropfen nimmt der Körper den Stoff jedoch garantiert ideal in Empfang.

Der Bedarf an Vitamin D3 beträgt bei fehlender endogener Synthese laut DGE 800 IE bzw. 20 µg pro Tag, sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern. Die meisten Ärzte und Wissenschaftlicher sind sich aber mittlerweile einig, dass der optimale Vitamin-D-Wert mit dem höchsten gesundheitlichen Nutzen weit darüberliegt. Ein höher angesetzter Idealwert von 3000 IE, der hier an einem guten Mittelwert der Ansichten der Forscher und Ärzte angesetzt wird, scheint jedoch weitaus sinnvollere Empfehlung zu sein.

Tipps zur richtigen Einnahme im Sommer

Doch einem Großteil der Menschen gelingt es im Sommer nicht, ihren Speicher zu füllen, geschweige denn ihren Vitamin-D-Bedarf zu decken, obwohl dies die einzige Möglichkeit ist, den Spiegel sowohl für den Sommer als auch den Winter zu stärken. Nur eine direkte Sonnenbestrahlung der Haut sorgt für einen gesunden Vitamin-D-Status, der Sonnenstand und die Stärke der UV-Strahlen ist für eine Synthese über die Haut entscheidend.

Für ein Defizit an Vitamin D gibt es verschiedene Ursachen. Es gibt Personengruppen, die besonders anfällig sind, das bestätigt eine Studie aus den USA. Dazu zählen ältere Menschen, Jugendliche, übergewichtige Personen und diejenigen, die an chronischen Erkrankungen (etwa Diabetes) leiden.

Der eigentliche Auslöser ist auch in der warmen Jahreszeit eine mangelnde Sonnenexposition. Die Teile der Gesellschaft haben alle eins gemeinsam, sie verbringen viel Zeit innen und zu wenig Zeit draußen. Ihnen fehlt das Sonnenlicht. Dafür gibt es verschiedene Gründe, eine Teilschuld trägt das Medienzeitalter, das es uns schmackhaft macht, viel Zeit im Wohnzimmer oder Arbeitszimmer vor dem PC, Fernseher oder Handy zu verbringen. Eine weitere Rolle spielt die allgemeine Gesundheit der Personen. Ihr gesundheitlicher Zustand erlaubt es älteren Menschen und denjenigen mit chronischer Erkrankung nicht, sich eine ausreichend lange Zeit draußen aufzuhalten. Auch übergewichtige Menschen sind in ihren körperlichen Funktionen eingeschränkt und neigen dazu, ihren Lebensinhalt nach drinnen zu verlegen.

Potenzielle modifizierbare Faktoren eines niedrigen Vitamin-D-Gehalts sind deshalb ein höherer BMI, mangelnde sportliche Aktivität und eine hohe Mediennutzung.

Natürlich ist es nicht das Fehlen der Sonne an sich, sondern der wenige oder nur sehr kurze Aufenthalt im Freien, der sich als Auslöser für einen Vitamin-D-Mangel, auch im Sommer, erweist. Denn interessanterweise sind es dieselben Personengruppen, die auch ein höheres Risiko, an einer Depression zu erleiden, aufweisen. Diese Tatsache verdeutlicht, wie wichtig Sonnenlicht und Vitamin D für den menschlichen Organismus sind.

Doch nicht nur sie, auch viele andere Menschen sind betroffen, gefährdet ist im Grunde jeder. Ein langer Arbeitstag im Büro, der Uni oder anderen Institutionen erlaubt es sozusagen auch dem Rest nicht, den Vitamin-D-Bedarf zu decken.

Selbsttest: Stille ich meinen Vitamin-D-Bedarf?

Selbsttest - Stille ich meinen Vitamin-D-Bedarf

Selbsttest – Stille ich meinen Vitamin-D-Bedarf?

Ob ein Vitamin-D-Mangel vorliegt, kann nur durch einen Test, bei dem die 25(OH)D-Werte im Blutserum gemessen werden, festgestellt werden. Doch gerade im Sommer gibt es einige Faktoren, die eine Einschätzung möglich machen.

Die wichtigste Voraussetzung für einen Vitamin-D-Wert im grünen Bereich ist der Aufenthalt im Freien. UV-B-Strahlen, die Vitamin D produzieren, sind nicht in der Lage, Glas, Stoff oder Sonnenschutzmittel zu durchdringen.

  • Verbringe ich wenigstens 20 oder 30 Minuten täglich draußen in der Sonne?
  • Haben die Sonnenstrahlen die Möglichkeit, mein Gesicht, meine Hände und Arme zu erreichen? Bin ich dabei kurz bekleidet?
  • Verzichte ich bei mäßiger Sonnenstrahlung für kurze Zeit auf Sonnenschutzmittel?
  • Spielt sich meine Arbeit oder mein Hobby hauptsächlich draußen ab?

Wer diese Fragen mit ja beantworten kann, gehört vermutlich zu den wenigen Glücklichen, denen es gelingt, ihren Vitamin-D-Bedarf zu decken.

Wenn hingegen folgende Fragen mit ja beantwortet werden, gibt es einen starken Verdacht auf einen Vitamin-D-Mangel, und ein Bluttest beim Arzt wird ihn mit großer Sicherheit bestätigen.

  • Verbringe ich viel Zeit mit Medien?
  • Verlasse ich selten das Haus, ohne vorher eine Sonnencreme oder -milch aufgetragen zu haben?
  • Betrifft mich ein weiterer Störfaktor wie Übergewicht oder mangelnde körperliche Aktivität?
  • Bin ich älter als 55 Jahre oder leide an einer chronischen Erkrankung?
  • Trage ich auch im Sommer nur lange Kleidung, etwa aus religiösen, arbeitsbedingten oder privaten Gründen?

Grundsätzlich gilt: Den Vitamin-D-Bedarf ausschließlich über die Nahrung zu decken ist unmöglich, im Sommer müssen die Sonnenstrahlen stark genug sein und den Körper direkt berühren, um eine photochemische Reaktion auszulösen, die das Vitamin produziert.

Wenn im Sommer zwar Vitamin D synthetisiert wird, aber nicht genug, reichen 400-800 IE Vitamin D3 täglich aus, um den Spiegel aufrechtzuerhalten. Besteht unter allen Umständen gar kein Sonnenkontakt, ist es sinnvoll, die Dosis auf bis zu 3000 IE zu erhöhen.

Doch es gibt weitere Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit das Vitamin D seine optimale Wirkung entfalten kann.

Abhängigkeit von Kofaktoren und Bedingungen für die Wirkung von Vitamin D

Vitamin K2 und Vitamin D als Team

Vitamin D ist besonders für seine gesunde Wirkung auf die Knochen und Muskeln bekannt. Damit das Vitamin in diesem Bereich ideale Effekte erzielen kann, ist es jedoch notwendig, dass der Körper ebenfalls genug Vitamin K2 bekommt. Das liegt daran, dass die Vitamine in verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten. Sie wirken nur als Team. Sie sind gemeinsam am Knochenaufbau oder Stoffwechsel beteiligt. Das Vitamin K2 ist dafür zuständig, das Calcium an den erforderlichen Stellen im Körper einzubauen. Für den Transport des Kalziums sind zudem bestimmte Proteine maßgebend, die ohne ausreichende Mengen an Vitamin K2 nicht arbeiten können. Sie sind an das Vitamin gebunden. Das Einnehmen von Vitamin K2 wird bei einer Zufuhr von Vitamin D3 zusätzlich empfohlen.

Als Beschützer der Knochen ist es die Aufgabe von Vitamin D, Erkrankungen wie Osteoporose, Osteomalazie oder Rachitis zu verhindern. Die Knochenbaustoffe schützen vor einer Erweichung der Knochen, Osteomalazie oder bei Kindern Rachitis, und vor einem Schwund der Knochenmasse, vor Osteoporose. Sie sorgen für starke, gesunde Knochen.

Magnesium als Rückgrat für Vitamin D

Doch Vitamin D ist darüber hinaus von einem weiteren Mineralstoff abhängig, von Magnesium. Bei Vitamin D handelt es sich um ein Prohormon. Damit es sich in ein Hormon umwandeln kann, ist eine ausreichende Versorgung an Magnesium notwendig. Damit geht einher, dass das Vitamin ohne Magnesium nicht in der Lage ist, später seine hormonelle Wirkung zu entfalten.

Magnesium erfüllt dabei eine ähnliche Aufgabe wie Vitamin K2. Es dient als Treibstoff für die Moleküle, die Vitamin D im menschlichen Körper weitergibt. Da sie im direkten Zusammenhang stehen, ist es nötig, ausreichend Magnesium einzunehmen, damit Calcitriol wirken kann. Bei einer Therapie und einer erhöhten Aufnahme an Vitamin D hat der Mensch also einen erhöhten Bedarf an Magnesium. Es ist deshalb sinnvoll, die Zufuhr an Magnesium nicht außer Acht zu lassen und sicherzustellen, etwa durch eine Einnahme von Supplementen.

Dosierung von Vitamin D

Die Frage nach einer optimalen Dosierung ist nicht eindeutig zu beantworten und wird bis heute von Wissenschaftlern und Ärzten kontrovers diskutiert. Durch eine Dosierung von 20 Mikrogramm Vitamin D pro Tag gelingt es laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, eine gute Versorgung in Bezug auf die Knochengesundheit zu erreichen. Der Wert hierfür liegt bei mindestens 20 Nanogramm pro Milliliter Blutserum.

„Als Schätzwert für eine angemessene Zufuhr gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) für Kinder, Jugendliche und Erwachsene 20 Mikrogramm Vitamin D pro Tag an. Dieser Wert gilt bei fehlender körpereigener Bildung.“ 

„Von einer guten Vitamin-D-Versorgung […] spricht man, wenn die Blutkonzentration dieses Markers mindestens […] 20 Nanogramm pro Milliliter [beträgt]. Bei fehlender körpereigener Vitamin-D-Bildung wird diese Konzentration mit einer Zufuhr von 20 Mikrogramm Vitamin D pro Tag erreicht.“ (Quelle: DGE)

Wissenschaftler und Ärzte sind sich jedoch mittlerweile einig, dass diese Dosis nicht ausreicht und weit darüberliegen sollte. Manche empfehlen für die meisten zeitgenössischen Menschen mit einer geringen Aktivität im Freien eine Vitamin-D-Supplementierung von 2000 IE über das ganze Jahr, um ein den täglichen Bedarf zu decken. Wieder andere plädieren auf eine Dosis von stolzen 5000 IE. Ein guter Mittelwert von 3000 IE sollte einen sinnvollen Kompromiss darstellen.

Es muss jedoch erwähnt werden, dass sich die Höhe einer zielgerechten Dosierung individuell unterscheidet und Faktoren wie Alter, Körpergewicht, Zweck und Wunschziel, der Ernährung und dem Betrag der endogenen Synthese unterliegt.

Eine allgemeingültige Regel für eine optimale Dosierung kann also nicht ausgesprochen werden, jedoch kann man sich an Richtwerten orientieren. Eine herkömmliche Interpretation der Vitamin-D-Blutwerte, die von den Empfehlungen der DGE abweicht, sieht zum Beispiel so aus:

Die Bedeutung des Vitamin-D-Wertes
in ng/ml
und nmol/l
Vitamin-D-Vergiftung
über 150über 374
Überversorgung
90-15090-150
Hohe Werte
60-90150-225
Normalwerte
35-6035-60
Unterversorgung
20-3550-80
Vitamin-D-Mangel
unter 20unter 50

Um die jeweilige Bedeutung des Vitamin-D-Wertes zu erreichen, ist folgende Dosis nötig:

Zielwert
 Nötige Dosis
20 ng/ml
Empfehlung der DGE, laut Forschern und Ärzten jedoch nicht mal in der Nähe des Idealwertes800 IE pro Tag
30 ng/ml
Ab 30 Nanogramm pro Milliliter beginnt langsam ein gesunder normaler Bereich2000-3000 IE pro Tag
40-50 ng/ml
Gesunder Normalbereich4000-5000 IE pro Tag
60 ng/mlOberer gesunder Normalbereich, Grenze zu hohen Werten6000 IE pro Tag

Überdosierung von Vitamin D

Überdosierung von Vitamin D

Auswirkung einer Überdosierung von Vitamin D

Um die jeweilige Bedeutung des Vitamin-D-Wertes zu erreichen, ist folgende Dosis nötig:




Magen-Darm-Trakt
-Übelkeit
-Erbrechen
-Obstipation (Verstopfung)
-Appetitlosigkeit
-Gewichtsverlust
Vermehrte Ausscheidung von Kalzium über den Darm und den Magen
Muskulatur
-Muskelschwäche
-Geminderte Leistungsfähigkeit
-Myalgie
-Arthralgie
-Knochenschmerzen
Kalziumablagerungen
Herz
-Herzrhythmusstörungen
-Hypertonie
-Klappenverkalkungen
Gefäßverkalkungen, Herzmuskelverkalkungen
Niere
-Polyurie (erhöhter Harndrang)
-Polydipsie (Gesteigertes Durstgefühl)
-Ablagerung von Kalziumsalzen in der Niere (Nephrolithiasis, Nephrokalzinose)
-Niereninsuffizienz
Nierenverkalkungen, vermehrte Ausscheidung von Kalzium über die Niere
Nervensystem
-Somnolenz
-Hirnorganisches Psychosyndrom
-Koma
-Lethargie
Hyperkalzämie Syndrom

Auch wenn aktuelle Informationen den Standpunkt vertreten, dass die Biomarker 25(OH)D-Konzentration im Blutserum auf über 300 ng/ml ansteigen muss, um eine Vitamin-D-Vergiftung herbeizurufen, sollte ein Wert unter 100 ng/ml beibehalten werden, um eine großzügige Sicherheitsmarge sicherzustellen.

Vitamin D Überdosis und Nebenwirkungen

Wird eine Vitamin-D-Therapie ordnungsgemäß durchgeführt, treten keine Nebenwirkungen auf. Gesundheitsschädigende Auswirkungen werden durch den Ausgleich des Vitamin-D-Spiegels verhindert. Einzig und allein bei Patienten, die Parathormon vermehrt absondern oder außerhalb der Niere 1,25(OH)D produzieren, sollten die 25(OH)D-Werte und der Kalziumspiegel überwacht werden.

Lediglich bei einer irregulären Einnahme und einer Überdosis treten Nebenwirkungen auf. Die entstehen durch eine Hyperkalzämie und einen damit einhergehenden erhöhten Kalzium-Spiegel im Blutserum. Es kommt zu Kalkablagerungen in den Gefäßen und einer vermehrten Ausscheidung von Calcium über Niere, Darm und Magen.

Symptome einer Überdosierung

Es ist von großer Wichtigkeit, eine Überdosierung zu vermeiden und im so einen Fall schnell zu handeln. Es gibt einige Symptome, die auf eine Überdosierung und einen zu hohen Vitamin-D-Gehalt im Blutserum hinweisen. Diese zeigen sich insbesondere in Magen- und Darmerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Muskelbeschwerden.

Wenn der Vitamin-D-Gehalt auf ein Übermaß zusteuert, resultiert Hyperkalzämie aus einer gesteigerten Kalzium-Absorption im Darm und einer Induktion der Knochenresorption. Es handelt sich dabei um eine Störung des Kalzium- und Phosphathaushalts, bei der sich zu viel Kalzium im Blut befindet. Bei der gesteigerten Resorption des Vitamin-D-Überschusses handelt sich um das Gegenteil des Phänomens, das bei einem Vitamin-D-Mangel auftritt, nämlich der Knochenresorption. Bei einer Intoxikation mit Vitamin D ist das Parathormon vermindert und der Phosphat-Spiegel deutlich erhöht.

Das sind die Symptome einer Überdosis:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verstopfung
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Knochen- und Muskelschmerzen
  • Myalgie und Arthralgie
  • Hypertonie
  • Herzrhythmusstörungen
  • Erhöhter Harndrang und gesteigertes Durstgefühl
  • Niereninsuffizienz
  • Somnolenz
  • Hirnorganisches Psychosyndrom
  • Lethargie
  • Koma
  • Kalkablagerungen in den Gefäßen, Klappenverkalkungen und Ablagerung von Kalziumsalzen in der Niere (Nephrolithiasis, Nephrokalzinose)

Hyperkalzämie

Die klassischen Symptome einer Vitamin-D-Toxizität sind allesamt der Hyperkalzämie zuzuschreiben, und sie beinhalten Übelkeit, Dehydration oder Lethargie. Ohne einen Test werden die Anzeichen der Hyperkalzämie fälschlicherweise oft der Gastroenteritis (Magen-Darm-Grippe) zugeordnet. Doch auch Herzrhythmusstörungen oder neurologische Komplikationen können bei der Erkrankung auftreten.

Ein überwältigender Großteil der Anhaltspunkte aus klinischen Studien unterstützt die Folgerung, dass eine verlängerte Einnahme von bis zu 250 Mikrogramm (10.000 IE) Vitamin D pro Tag kein Risiko nachteiliger Auswirkungen für beinahe jedes Individuum der Allgemeinbevölkerung darstellt.

Folgende Symptome können bei einer Überdosierung in Folge einer Hyperkalzämie auftreten:

Die Nieren, der Darm und Magen kämpfen gegen den Kalzium-Überschuss an, weshalb es vermehrt über Flüssigkeiten (Polyurie), Stuhlgang und durch die Speiseröhre (Erbrechen) ausgeschieden wird. Nimmt das Syndrom ein zu großes Ausmaß an, kann es passieren, dass die Nieren aufhören zu arbeiten. Die giftigen Substanzen, die durch die Niere bzw. das Urin ausgeschieden werden sollten, sammeln sich im Blut. Studien weisen darauf hin, dass ein so genanntes hyperkalzämisches Koma die Folge sein kann.

Vitamin-D-Therapie

Besonders Nordeuropäer sind anfällig dafür, einen Vitamin-D-Mangel zu erleiden und auch in Deutschland ist das Phänomen nicht unüblich. Das Robert-Koch-Institut hat in den Jahren von 2008 bis 2011 eine nationale Gesundheitsuntersuchung durchgeführt, deren Ziel es war, herauszufinden, ob und inwiefern die Deutschen an einem Defizit leiden. Das erschütternde Ergebnis der Studie: 25(OH)D-Werte unter der Schwelle von 20 ng/ml im Blutserum sind in Deutschland bis heute üblich, besonders zur Winterzeit und in höheren Breitengraden.

Im Fall eines Vitamin-D-Mangels bietet sich eine Vitamin-D-Therapie an, um eine Entstehung von leichten Beschwerden und ernsthaften Konsequenzen zu verhindern.

Wie läuft eine Vitamin-D-Therapie ab?

Das Ziel einer Vitamin-D-Therapie ist es, den Mangel schnellstmöglich auszugleichen und gesundheitliche Risiken zu verhindern, und anschließend einen Normalwert aufrechtzuerhalten.

Eine Therapie erfolgt durch eine Einnahme von Vitamin D und zumeist von zwei mitwirkenden Stoffen. Bei einer Behandlung wird ausschließlich Vitamin D3 eingesetzt, da dieses einen weitaus höheren Effekt erzielt als Vitamin D2. Die beiden Kofaktoren, um die es sich handelt, sind das Vitamin K2 und Magnesium.

Vitamin D und K2 wirken nur als Team. Sie sind gemeinsam am Knochenaufbau oder Stoffwechsel beteiligt. Das Vitamin K2 ist für die Verwertung des durch Vitamin D aufgenommenen Kalziums zuständig, und somit dafür, das Calcium an den erforderlichen Stellen im Körper einzubauen. Für den Transport des Kalziums sind zudem bestimmte Proteine maßgebend, die an das Vitamin K2 gebunden sind und ausreichende Mengen benötigen. Ohne genügend Vitamin K2 ist auch Vitamin D in diesem Bereich nutzlos. Deshalb muss bei einer Vitamin-D-Therapie stets die Zufuhr an K2 erhöht werden.

Damit sich Vitamin D in ein Hormon umwandeln kann, ist eine ausreichende Versorgung an Magnesium notwendig, da es sonst nicht in der Lage ist, seine hormonelle Wirkung zu entfalten. Es dient als Treibstoff für die Moleküle, die Vitamin D im menschlichen Körper weitergibt.

Vitamin D Anfangstherapie

Eine Anfangstherapie hat das Ziel, den Vitamin-D-Mangel schnellstmöglich auszugleichen und gesundheitliche Risiken zu verhindern. Es handelt sich um eine hochdosierte Vitamin D Kur. Eine hohe Dosis ist notwendig, um den Spiegel im Blut zügig in die Höhe zu treiben und den Vitamin-D-Speicher zu füllen, damit der Körper in einem Notstand eine Quelle hat, auf die er zurückgreifen kann.

In der Anfangstherapie sollte zusätzlich Vitamin K2 und Magnesium eingenommen werden, damit das Vitamin D seine Wirkung entfalten kann.

Dauer und Dosierung in der Vitamin D Therapie

In der Anfangstherapie wird Erwachsenen, die an einem Vitamin-D-Mangel leiden, empfohlen entweder einmal in der Woche eine Dosis von 50.000 IE Vitamin D oder das Äquivalent von 6.000 IE täglich acht Wochen lang einzunehmen, um ein Blutspiegel von 25(OH)D über 30 ng/ml zu erreichen. Diese Form der Anfangstherapie hat sich in Studien als äußerst effektiv erwiesen.

Zusätzlich wird die Einnahme von 100 µg Vitamin K2 und 200 mg Magnesium pro Tag empfohlen.

Anschließend erfolgt eine Erhaltungstherapie von 2.000-3.000 IE pro Tag im Winter oder 1.000 IE täglich im Sommer. Ergänzend wird, egal ob im Winter oder im Sommer, eine Einnahme von 150 µg Vitamin K2 empfohlen.

Um das Wiederauftreten eines Defizits zu verhindern, ist es hilfreich, jede zweite Woche einmal eine Dosis von 50.000 IE Vitamin D einzunehmen, um den Blutspiegel konstant in einem Bereich von 35 und 50 ng/ml zu halten, ohne irgendeine unerwünschte Vergiftung. Stark übergewichtige oder adipöse Erwachsene brauchen mindestens die doppelte oder dreifache Menge an Vitamin D, um ihren Mangel zu behandeln und einer Wiederkehr vorzubeugen.

Doch auch Menschen, die unter anderen Bedingungen leben, können einen abweichenden Bedarf haben. In folgender Tabelle wird die Dauer und Dosierung der Anfangs- und der Erhaltungstherapie für unterschiedliche Personengruppen aufgezeigt.

 KINDER
ERWACHSENE
ÜBERGEWICHTIGE ERWACHSENE
DOSIS DER ANFANGSTHERAPIE
2.000 IE pro Tag 6.000 IE pro Tag
oder einmal 50.000 IE
in der Woche
6.000-12.000 IE pro Tag
oder mehr
DAUER DER ANFANGSTHERAPIE
6 Wochen8 Wochen8 Wochen
DOSIS DER ERHALTUNGSTHERAPIE
600-1.000 IE pro Tag2.000-3.000 IE pro Tag
im Winter, 1.000
im Sommer
3.000-6.000 IE pro Tag

Fazit zur Dosierung von Vitamin D

Der menschliche Körper ist im Winter aufgrund des Fehlens von Sonnenlicht oft nicht in der Lage, den Vitamin-D-Bedarf zu decken, da der Vitamin-D-Speicher im Sommer nicht gefüllt wurde. Doch nicht nur das Nichtfüllen des Speichers stellt im Sommer ein Problem dar, einem Großteil der Menschen gelingt es auch im Sommer nicht ansatzweise, ihren Tagesbedarf zu stillen. Dies ist einer modernen Lebensweise aber auch modifizierbaren Faktoren zuzuschreiben.

In solch einem Fall ist eine Vitamin-D-Therapie mit einer Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten sinnvoll. In der Anfangstherapie wird Patienten empfohlen, Vitamin D hochdosiert ein zu nehmen, anschließend erfolgt eine Erhaltungstherapie. Sie behandeln das Defizit schnell und verhindern eine Wiederkehr. Nehmen Patienten Vitamin D3 ein, bessern sich die Symptome bereits nach kurzer Zeit. Die Gesundheit wird gefördert und spezifische Beschwerden bekämpft.

Nebenwirkungen treten lediglich bei einer irregulären Einnahme und einer Überdosierung auf, diese sind einer Hyperkalzämie zuzuschreiben. Hält sich der Anwender jedoch an die empfohlenen Dosen, hat er keine negativen Auswirkungen zu befürchten, sondern ausschließlich gesundheitliche Vorteile.