25-OH-Vitamin-D3 Spiegel im Bluttest

Der 25-OH-Vitamin-D3 Spiegel wird mit Hilfe eines Bluttests festgestellt. Bildquelle: Jarun Ontakrai / Shutterstock.com

Es ist mittlerweile unwiderlegbar, dass Vitamin D für eine ganze Reihe von positiven Auswirkungen auf die Gesundheit verantwortlich ist. Es beeinflusst ganze Systeme, es stärkt die Abwehrkräfte und ist sogar in der Lage, vor Krebs zu schützen. Einem Großteil der Menschen sind längst nicht mehr nur die gesundheitlichen Vorteile für die Knochen bekannt. In jeder Studie über Vitamin D können Interessenten etwas über seine vielfältigen Wirkungsweisen sowie Einfluss auf Diabetes (besonders Diabetes mellitus) oder Infektionen lesen, außerdem senkt es das Risiko von Krebs, es schützt das Herz und stärkt das Immunsystem.

Doch es ist noch immer eine Unsicherheit bezüglich des optimalen Vitamin-D-Spiegels vorhanden, und diese Frage beschäftigt nicht nur sie, sondern auch Wissenschaftler und Ärzte. Zudem können die verschiedenen Formen von Vitamin D und unterschiedliche Größen in der Bestimmung des Blutwertes für Verwirrung sorgen – es ist deshalb wichtig, zu klären, um was es sich bei 25-OH-Vitamin-D3 überhaupt handelt und welche Interpretationen mit den Blutwerten einhergehen.

Was ist das 25-OH-Vitamin-D3?

Bei 25-OH-D3 handelt es sich um die Speicherform von Vitamin D. Für eine Diagnostik werden die Werte dieser Speicherform im Blut gemessen. Die Ergebnisse der Blutabnahme geben Auskunft über den Gehalt und darüber, ob die Höhe der Einnahme gesund ist.

Als optimal gelten 2.000 bis 3.000 IE pro Tag, das entspricht 50 μg bis 75 μg Vitamin D. Damit werden in der Regel gesunde Vitamin-D-Werte in einem Bereich von 35 bis 60 ng/ml erreicht, besondere Personengruppen haben jedoch einen niedrigeren oder höheren Bedarf an Mikrogramm μg Vitamin D pro Tag.

  • Weitere Bezeichnungen von 25-OH-Vitamin-D3, die man häufig lesen kann: Cholecalciferol, Calcifediol oder Calcidiol
  • Herkömmliche Schreibweise: 25(OH)D3 oder 25-OH-D3
  • Alternative Schreibweisen: 25-Hydroxy-Vitamin D3

Um zu verstehen, was mit der Speicherform gemeint ist, ist es sinnvoll, sich mit der Entstehung und dem Umwandlungsprozess von Vitamin D auseinanderzusetzen. Durch eine endogene Synthese ist der Körper über die Haut in der Lage, Vitamin D selbst herzustellen, er benötigt dafür jedoch Sonnenlicht.

Das Provitamin 7-Dehydrocholesterol, welches die Ausgangssubstanz darstellt und im menschlichen Körper zur Genüge vorhanden ist, wird mit Hilfe der Sonne, genauer gesagt der UV-B-Strahlen, durch eine photochemische Reaktion umgewandelt. Es entsteht Prävitamin D3, dieses wird zu Vitamin D umgewandelt. Es wird an das Vitamin-D-bindende Protein (DPD) gebunden und nach einem Transport in die Leber durch Hydroxylierung weiterverarbeitet.

In der Leber wird Vitamin D, genauer gesagt das nun entstandene 25(OH)D, gespeichert. Die Substanz wird deshalb als Speicherform bezeichnet. Bei Bedarf greift der menschliche Organismus auf das gespeicherte Vitamin D zurück und es entsteht die biologisch aktive Form, das Hormon Calcitriol. Dieses wird in der Niere umgewandelt.

Es handelt sich bei Calcidiol also um eine Zwischenstufe des Umwandlungsprozesses von Vitamin D. Nur die Speicherform 25-OH-D ist als Vitamin-D-Spiegel in der Lage, als Gleichgewicht zwischen Aufnahme und Verbrauch eine gewichtige, aussagekräftige Auskunft über die Blutwerte zugeben. Um einen Vitamin-D-Mangel festzustellen, wird deshalb der wichtigste Wert, der Calcidiol-Gehalt, gemessen.

Bei einer Aufnahme von Vitamin D über die Nahrung werden die ersten zwei Schritte der endogenen Synthese, bei der Sonne auf die Haut strahlt, übersprungen.

Das sind die wichtigsten Punkte:

  • 25-OH-D3 (Calcidiol) ist die Speicherform von Vitamin D
  • Es handelt sich um eine Zwischenstufe im Umwandlungsprozess des Vitamins – das biologisch aktive Hormon muss erst noch entstehen
  • Calcidiol stellt die Messgröße für den Vitamin-D-Spiegel dar

Was bedeuten die 25-OH-Vitamin-D3-Werte bei einem Bluttest?

Die 25-OH-D-Werte, die bei einem Bluttest bestimmt werden, geben eine Auskunft darüber, ob und in welchem Maß, eine Unterversorgung, ein Mangel oder eine Vitamin-D-Vergiftung besteht. Es erweist sich jedoch als schwierig, einen optimalen Wert festzulegen.

Werte in einem Bereich von 35-60 Nanogramm pro Milliliter gelten als normal, in solch einem Fall besteht kein Grund zur Besorgnis. Erst bei Werten, die den Normalbereich unterschreiten, können sich erste gesundheitliche Beschwerden bemerkbar machen, und bei Werten von unter 20 Nanogramm pro Milliliter, gibt es einen akuten Handlungsbedarf, da mit ihnen schwerwiegende Konsequenzen wie Erkrankungen der Knochen einhergehen. Man spricht dabei von einem schweren Vitamin-D-Mangel.

Auch bei einer hohen Einnahme zeigen sich Symptome oder besser gesagt Nebenwirkungen. Werte von über 150 Nanogramm pro Milliliter werden als Vitamin-D-Vergiftung bezeichnet, diese ist jedoch unwahrscheinlich und nur durch eine Überdosierung zu erreichen. Es kommt zu einer überstimulierten Absorption von Calcium im Darm und einer Resorption aus den Knochen. Damit gehen eine Hyperkalzämie sowie eine Hyperkalzurie einher, die sich durch Symptome wie Muskel- und Kopfschmerzen, Erbrechen, Bluthochdruck, eine Psychose oder Wachstumsstörungen bei Kindern äußern. Dieses Phänomen wird als Hypervitaminose D bezeichnet.

Bei der Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels durch einen Test, der den 25(OH)D-Wert im Blutserum misst, handelt es sich derzeit um die Variante mit der höchsten Aussagekraft. Es ist der einzige Metabolit, den Vitamin-D-Spiegel zu bestimmen, und damit, inwiefern der Patient an einer Unterversorgung, einem Mangel, oder einer Vitamin-D-Vergiftung leidet.

Vitamin-D-Spiegel: Tabellarische Darstellung der Blutwerte

Die Bedeutung des Vitamin-D-Wertes in ng/ml und nmol/l
Vitamin-D-Vergiftung über 150 über 374
Überversorgung 90-150 225-374
Hohe Werte 60-90 150-225
Normalwerte 35-60 80-150
Unterversorgung 20-35 50-80
Vitamin-D-Mangel unter 20 unter 50

25-OH-Vitamin-D3 Spiegel oft zu niedrig

Obwohl Vitamin D eigens vom menschlichen Körper produziert werden kann, leiden über eine Million Menschen weltweit an einer Unterversorgung oder einem Mangel.

Besonders gefährdet sind diejenigen Personen, die in der nördlichen Hemisphäre leben, in Europa sind vor allem die Bewohner Skandinaviens betroffen. Sie sind nicht nur anfälliger für einen Vitamin-D-Mangel, sondern auch für Depressionen. Dieses Phänomen ist auf das Fehlen von Sonnenlicht zurückzuführen.

Doch auch in Deutschland ist ein Vitamin-D-Mangel nicht unüblich. Das Robert-Koch-Institut hat in den Jahren von 2008-2011 eine nationale Gesundheitsuntersuchung durchgeführt, deren Ziel es war, herauszufinden, ob und inwiefern die Deutschen an einem Defizit leiden.

Und das war das Ergebnis: Der Durchschnitt liegt bei 18 ng/ml, es gibt dabei keine bedeutenden Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Über 60% der Teilnehmer weisen einen Wert von unter 20 ng/ml auf, was einem starken Vitamin-D-Mangel entspricht, und über ein Drittel sogar einen Wert von unter 12 ng/ml. Im Sommer hat über die Hälfte der Probanden einen Wert von über 20 ng/ml und im Winter 25% einen Wert von unter 12 ng/ml.

25(OH)D-Werte unter der Schwelle von 20 ng/ml im Blutserum sind in Deutschland bis heute üblich, besonders zur Winterzeit und in höheren Breitengraden. Potenzielle modifizierbare Faktoren eines niedrigen Vitamin-D-Gehalts sind ein höherer BMI, mangelnde sportliche Aktivität und eine hohe Mediennutzung.

Warum leiden so viele Menschen an einem Vitamin-D-Mangel?

Die wesentliche Ursache für einen Vitamin-D-Mangel ist das fehlende Verständnis dafür, dass Sonnenexposition in Maßen die wichtigste Quelle für das Vitamin ist.

Darüber hinaus enthalten nur wenige Lebensmittel Vitamin D, und diejenigen, die mit Vitamin D angereichert sind, sind oft nicht in der Lage, dem Bedarf eines Erwachsenen oder eines Kindes gerecht zu werden. Demnach müsste man 5kg Käse, 22 Liter Milch oder beinahe täglich fettreiche Fische zu sich nehmen, um den empfohlenen Wert von 20 mg Vitamin D zu decken.

Es erweist sich also als schier unmöglich, den Bedarf durch eine ausgewogene Ernährung zu stillen. Die einzige Möglichkeit besteht darin, den Vitamin-D-Speicher im Sommer ausreichend zu füllen, damit auch im Winter kein Mangel entsteht und der Körper bei Bedarf darauf zurückgreifen kann. Die Angst vor Hautkrebs, der vermeintlich durch eine Sonneneinstrahlung entsteht, hindert jedoch einen Großteil der Menschen an einer idealen Versorgung. Sie verwenden ein Sonnenschutzmittel, um die Gefahr zu bannen, doch die UV-B-Strahlen sind nicht in der Lage, dieses zu durchbrechen, wodurch eine endogene Vitamin-D-Synthese über die Haut verhindert wird.

Doch der springende Punkt fehlt sogar noch, UV-B-Strahlen in Maßen steigern das Krebsrisiko nicht, sie senken es sogar erheblich, denn ausschließlich äußerst starke Sonnenstrahlen schädigen der Haut. Studien beweisen, dass ein gesunder Vitamin-D-Spiegel eine Wirkung auf verschiedene Arten von Krebs hat. Es dient dabei sowohl zur Prävention als auch zur Bekämpfung der Krankheit. In einer Behandlung hemmt es die Zellteilung der Krebszellen und damit das Wachstum des Tumors. Dies geschieht durch eine Steigerung der Produktion von antiinflammatorischen Zytokinen, die die Differenzierung von Zellen regulieren. Des Weiteren wird die Kalzium-Absorption gesteigert, die einen bedeutenden Faktor in der Risikoreduktion von Krebs darstellt.

Es ist deshalb von großer Wichtigkeit, den Vitamin-D-Spiegel in einem grünen Bereich zu halten, nicht nur um das Krebsrisiko zu senken, sondern auch um Erkrankungen der Knochen, wie Osteoporose oder Rachitis, eine Schwäche des Immunsystems und Autoimmunerkrankungen, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einen Calcium Mangel oder eine gesteigerte Absorption von Calcium sowie Schädigungen des Gehirns, ob neurologische oder psychische Erkrankungen, zu verhindern.

Wie kann man den 25-OH-Vitamin-D3-Wert anheben?

Um den 25-OH-Vitamin-D3-Wert bei einer Unterversorgung oder einem Mangel anzuheben, gibt es im Grunde zwei Vorgehensweisen, die darin bestehen, den Vitamin-D-Speicher entweder im Sommer mit Hilfe von Sonnenlicht zu füllen, oder in einer Supplementierung.

Der menschliche Körper ist durch eine endogene Synthese dank der Sonne in der Lage, das Vitamin selbst herzustellen. Alles was er dafür benötigt, ist Sonnenlicht, oder besser gesagt UV-B-Strahlen. Diese müssen stark genug sein, um zu wirken. Deshalb ist es wichtig, den Vitamin-D-Speicher im Sommer zu füllen, damit der Mensch im Winter darauf zurückgreifen kann und kein Notstand entsteht. Befinden sich die Werte leicht unter dem Normalwert, genügt es meist, mit Anbeginn des nächsten Frühlings vermehrt Zeit draußen zu verbringen. Dabei ist eine direkte Sonneneinstrahlung wichtig, die nicht durch Glas oder Sonnenschutzmittel behindert wird.

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln bietet sich vor allem für Menschen an, die bereits an einem Defizit leiden, da eine Supplementierung schnelle, sehr gute und sichere Erfolge erzielt. Es können aber auch Medikamente eingenommen werden. Dies ist besonders bei einem stark ausgeprägten Vitamin-D-Mangel sinnvoll, da die Medikamente meist hochdosiert sind. Sie müssen jedoch vorher von einem Arzt verschrieben werden. Durch eine Einnahme von Supplementen oder Medikamenten wird die Konzentration des 25-OH-Vitamin-D3 im Blutserum erhöht.

Fazit zum 25-OH-Vitamin-D3 Spiegel

Die Speicherform gibt eine Auskunft über die Gesundheit des Vitamin-D-Spiegels. Eine Diagnostik erfolgt durch einen Test, bei dem die 25-OH-Vitamin-D3-Werte im Blut gemessen werden. Nur sie sind in der Lage, als Gleichgewicht zwischen Aufnahme und Verbrauch eine aussagekräftige Auskunft über die Blutwerte zu geben. Eine Diagnostik wäre durch die Messung des Status des biologisch aktiven Vitamins kaum möglich bzw. verfälscht.

Bei einem Defizit kann der Gehalt durch eine Einnahme von geeigneten Präparaten angehoben werden. So können erste gesundheitliche Beschwerden und ernstzunehmende Erkrankungen verhindert werden. Ein gesunder Vitamin D Status senkt das Risiko verschiedener Krebsarten, darüber kann man zum Beispiel etwas in einer Studie über Brustkrebs oder in einer Studie über Lungenkrebs lesen, schützt Herz sowie Zellen oder stärkt das Gedächtnis und die Knochen.